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Alle Branchen Risiko: mittel

Bau & Immobilien: Greenwashing-Risiko 2026

Die Bau- und Immobilienbranche steht ab 27.09.2026 vor besonderen Herausforderungen durch die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo). Die zunehmende Nachfrage nach „nachhaltigem Bauen“ und „grünen Gebäuden“ birgt ein hohes Risiko für irreführende Werbung und Abmahnungen, insbesondere wenn Behauptungen nicht durch anerkannte Standards oder konkrete Daten belegt werden. Das Urteil des BGH (I ZR 98/23) im Fall Katjes hat bereits 2024 gezeigt, dass auch im Lebensmittelbereich „klimaneutral“ ohne transparente Offenlegung der Berechnungsgrundlagen unzulässig ist – ein Prinzip, das analog auf die Baubranche übertragbar ist. EmpCo verschärft diese Anforderungen: Generische Aussagen wie „nachhaltiges Bauen“ oder „energieeffizient“ ohne konkrete Substantiierung verstoßen gegen Anhang I Nr. 4a UCPD. Die bloße Verwendung von Schlagworten reicht nicht aus; stattdessen müssen Bau- und Immobilienunternehmen auf anerkannte Zertifizierungssysteme (DGNB, BREEAM, LEED) oder messbare Kennwerte (z.B. Primärenergiebedarf, CO2-Fußabdruck) verweisen. Besonders kritisch ist die Verwendung von „klimaneutral“ in Bezug auf Gebäude, da dies gemäß Anhang I Nr. 4c UCPD i.d.F. EmpCo ein Per-se-Verbot darstellt, wenn es ausschließlich durch CO2-Kompensation erreicht wird. Wettbewerbsrechtlich relevant ist, ob alle Aussagen über Nachhaltigkeit, Energieeffizienz oder Klimaneutralität durch entsprechende Nachweise belegt sind. Die EmpCo-Richtlinie verlangt eine transparente Offenlegung von Lieferketten, verwendeten Materialien und Energiequellen sowie die Verwendung von Umweltproduktdeklarationen (EPD) für Baustoffe. Maßgeblich ist damit die Unterscheidung zwischen belegten und unbelegten Aussagen über die Umweltleistung eines Gebäudes.

Typische Claims in Bau & Immobilien

  • nachhaltiges bauen"
  • grünes gebäude"
  • klimaneutraler betrieb"
  • energieeffizient"
  • kreislauffähige baustoffe"

Konkrete Beispiele (rot/gelb)

  • „Nachhaltiges Bürogebäude" ohne DGNB-Zertifizierung oder vergleichbaren Standard.
  • „Klimaneutraler Gebäudebetrieb" ausschließlich durch CO2-Kompensation ohne Reduktionsnachweise.
  • „Energieeffizientes Wohnhaus" ohne aktuellen Energieausweis oder Angabe des Effizienzlevels.

Anerkannte Zertifikate

DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen)
Umfassendes Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen, bewertet Gebäude über den gesamten Lebenszyklus.
BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method)
International anerkanntes Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude, mit Fokus auf Umweltaspekte.
LEED (Leadership in Energy and Environmental Design)
US-amerikanisches Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen, weit verbreitet und anerkannt.

Relevante Urteile

BGH · I ZR 98/23 · 2024
Katjes — „klimaneutral" ohne Offenlegung der Berechnungsmethodik und Kompensationsmaßnahmen ist irreführend.

Haeufige Fragen

Was bedeutet EmpCo für die Baubranche?

Ab 27.09.2026 verbietet EmpCo generische Behauptungen über Nachhaltigkeit ohne anerkannten Nachweis (Anhang I Nr. 4a UCPD). „Klimaneutralität" durch Offsetting ist unzulässig (Anhang I Nr. 4c).

Welche Zertifikate sind für nachhaltiges Bauen relevant?

DGNB, BREEAM und LEED sind international anerkannte Zertifizierungssysteme, die eine umfassende Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden ermöglichen.

Darf ich weiterhin mit „energieeffizient" werben?

Ja, aber Sie müssen den aktuellen Energieausweis des Gebäudes verlinken und relevante Kennwerte (z.B. Primärenergiebedarf) angeben.

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Empcora ist ein reiner Prüf- und Dokumentationsdienst und liefert ausschließlich allgemeine Informationen zur Rechtslage auf Basis der EmpCo-Richtlinie (EU 2024/825) und ihrer Umsetzung im deutschen UWG (§ 5, § 5a, Anhang) samt Fundstellen. Dies ist keine Rechtsberatung im Einzelfall und umfasst weder eine Umformulierung noch die Erstellung von Texten. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Analyse sowie für etwaige Rechtsfolgen wird keine Haftung oder Gewähr übernommen. Die rechtliche Bewertung des Einzelfalls obliegt einer zugelassenen Kanzlei oder einem zugelassenen Anwalt.