12. Mai 2026
Mode-Greenwashing 2026: GOTS, Fairtrade, GRS richtig nutzen
Die Modebranche steht im EmpCo-Fokus: Textil- und Bekleidungswerbung gehört zu den häufig beanstandeten Bereichen. Häufigste Probleme: „Conscious Collection", „nachhaltige Mode", „Eco-Linie" ohne Zertifizierung.
Welche Siegel zählen 2026: GOTS (Global Organic Textile Standard) — 95 % Bio-Naturfaser, lückenlose Lieferkette, jährliches Audit. Fairtrade Textile — fairer Lohn, Pestizid-Verbote, FLOCERT-zertifiziert. GRS (Global Recycled Standard) — verifizierte Recycling-Anteile, Massenbilanz-Audit. Bluesign — Chemikalien-Management, Wasser- und Energieverbrauch. OEKO-TEX Made in Green — kombinierte Schadstoff- + Nachhaltigkeitsprüfung.
Welche NICHT zählen: Eigene Marken-Labels („Conscious Choice", „We Care", „Better Cotton"), Re-Use-Initiativen ohne externe Zertifizierung, Selbst-Deklarationen wie „aus recycelten Plastikflaschen" ohne GRS.
Belegt vs. unbelegt (Beispiele zur Veranschaulichung der Rechtslage): Eine generische Aussage wie „Nachhaltige Bio-Baumwoll-Linie" ist ohne Nachweis unzulässig; eine konkrete, belegte Aussage wie „T-Shirt aus 100 % GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle (Lizenz GOTS-DE-2023-12345)" erfüllt dagegen die Substanziierungspflicht. Ebenso bleibt „Recycelte Materialien" pauschal und unbelegt, während „Polyester aus 65 % Post-Consumer-Recycling (GRS-zertifiziert, Zertifikat-Nr. RCS-2024-789)" einen prüfbaren Beleg trägt. Auch „Faire Produktion" ist ohne Grundlage angreifbar, „Fairtrade Textile zertifiziert, fairer Lohn an alle Arbeiterinnen in der Produktionsstätte XYZ (Ghana)" hingegen substanziiert.
Fazit: Pauschale Werbe-Begriffe ohne Zertifikat = abmahnfähig. Eigene Marken-Eco-Labels werden ab 27.09.2026 per-se verboten. Drittpartei-Zertifikate sind die einzige sichere Substanziierung.
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