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24. März 2026

Druckereien 2026: FSC vs. PEFC — welcher Standard wann?

Druckereien und Verlage werben gerne mit „nachhaltigem Druck" — pauschal abmahnfähig. Substanziierung verlangt konkrete Norm-Bezüge: FSC, PEFC, Blauer Engel oder EU Ecolabel.

FSC (Forest Stewardship Council): International anerkannter Standard für nachhaltige Forstwirtschaft. Drei Kategorien: FSC 100 % (komplett aus FSC-Wäldern), FSC Recycled (aus Recyclingpapier), FSC Mix (Mischung mit kontrollierten Holzquellen). Strenge Audits bezüglich Biodiversität, indigene Rechte, Arbeitsschutz. Internationale Anerkennung. Lizenznummer-Pflicht (C-XXXXXX) auf Produkten und in Werbung.

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification): Europäische Alternative, weniger strenge Sozial-Standards, akzeptiert mehr nationale Systeme. Verbreiteter in DACH-Region (deutsche Wälder dominant PEFC-zertifiziert). Lizenznummer (PEFC/04-31-XX).

Blauer Engel UZ-72: Speziell für Druckpapiere mit hohem Altpapieranteil (mindestens 95 % Altpapier). Strenge Schadstoff-Grenzwerte. UBA-überwacht.

EU Ecolabel: Für Druckpapiere mit Emissionsgrenzwerten (Lärm, Wasser, Energie). EU-amtliches Siegel.

Was pauschal NICHT zählt: „Nachhaltiges Papier" ohne Zertifikat. „Aus heimischer Forstwirtschaft" ohne FSC/PEFC. „Recyclingpapier" ohne Altpapier-Anteil-Angabe (nach EN 643).

Reformulierungs-Beispiele: ❌ „Nachhaltiger Druck auf Recyclingpapier" → ✓ „Druck auf Blauer-Engel-Papier (95 % Altpapier, UZ-72), klimakompensiert nach Gold-Standard + 100 % Ökostrom der Druckerei". ❌ „Aus zertifiziertem Holz" → ✓ „FSC-Mix-Papier (FSC Lizenz C-128467) auf Maschine 4 — UV-arme Druckfarben (REACH-konform)".

Fazit: Druckereien müssen ihre Standard-Zertifikate auf jeder Werbe-Aussage konkret benennen. Pauschal-Begriffe wie „klimaneutraler Druck" werden ab 27.09.2026 abmahnfähig.

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