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20. Mai 2026

EU Green Claims Directive: Vorbereitung auf 2027

Die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo) ist erst der Anfang. Die geplante Green Claims Directive (GCD) wird ab 2027 noch strengere Anforderungen an die Glaubwürdigkeit von Umweltaussagen in der Unternehmenskommunikation stellen. Während EmpCo primär generische Behauptungen und irreführende Angaben verbietet, zielt die GCD auf eine umfassendere Überprüfung und Verifizierung von Nachhaltigkeitsangaben ab.

Der aktuelle Stand der Green Claims Directive

Die Green Claims Directive befindet sich derzeit (Stand Mai 2026) in der finalen Phase der Verhandlung. Der Entwurf COM(2023) 166 final sieht vor, dass Unternehmen Umweltaussagen vor der Veröffentlichung durch unabhängige Dritte verifizieren lassen müssen. Es ist wichtig zu betonen, dass die finale Fassung und das genaue Inkrafttretedatum noch nicht feststehen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den geplanten Inhalten ist jedoch ratsam, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.

Die zentralen Punkte der geplanten Richtlinie

Die GCD fokussiert sich auf die Transparenz und Nachweisbarkeit von Umweltaussagen. Kernpunkte sind:

* **Verifizierungspflicht:** Umweltbezogene Aussagen müssen vor der Veröffentlichung durch unabhängige, akkreditierte Stellen verifiziert werden. Dies betrifft sowohl explizite Behauptungen als auch implizite Botschaften. * **Anforderungen an die Verifikatoren:** Die Akkreditierung der Verifikatoren soll EU-weit harmonisiert werden, um ein einheitliches Qualitätsniveau zu gewährleisten. * **Verbot irreführender Aussagen:** Die GCD baut auf den Verboten der EmpCo auf und verschärft diese. Insbesondere werden „Greenwashing“-Praktiken wie die Verwendung von vagen Begriffen ohne konkreten Nachweis konsequenter verfolgt. * **Transparenzpflicht:** Unternehmen müssen die Grundlagen für ihre Umweltaussagen offenlegen, einschließlich der verwendeten Daten, Methoden und Annahmen.

Was bedeutet die GCD für Marketing-Verantwortliche?

Die GCD wird erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit von Marketing-Verantwortlichen haben. Es gilt, folgende Punkte zu beachten:

1. **Bestandsaufnahme:** Erfassen Sie alle Marketingmaterialien, die Umweltaussagen enthalten. Dies umfasst Website-Texte, Broschüren, Anzeigen, Social-Media-Posts und Produktverpackungen. 2. **Überprüfung der Aussagen:** Analysieren Sie die getroffenen Aussagen hinsichtlich ihrer Richtigkeit und Nachweisbarkeit. Können sie durch anerkannte Zertifikate oder wissenschaftliche Daten belegt werden? 3. **Zertifikate nutzen:** Setzen Sie auf anerkannte Zertifikate wie EU-Bio, Demeter, FSC oder Bluesign, um Ihre Umweltaussagen zu untermauern. Diese bieten eine hohe Glaubwürdigkeit und erleichtern die Verifizierung. 4. **Vorbereitung auf die Verifizierung:** Bauen Sie frühzeitig Beziehungen zu akkreditierten Verifikationsstellen auf. Klären Sie die Anforderungen und Kosten der Verifizierung. 5. **Klare Kommunikation:** Formulieren Sie Ihre Umweltaussagen klar, präzise und nachvollziehbar. Vermeiden Sie vage Begriffe und Übertreibungen.

Rechtliche Risiken und Urteile

Verstöße gegen die GCD können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Bereits jetzt zeigen Urteile wie das des BGH (I ZR 98/23) vom 27.06.2024 im Fall Katjes, dass irreführende Angaben zur Klimaneutralität nicht toleriert werden. Auch deutsche Gerichte haben in Fällen die Verwendung unkonkreter Nachhaltigkeitsbegriffe nach § 5 UWG und der EmpCo-Richtlinie (EU 2024/825) beanstandet. Es ist zu erwarten, dass die Gerichte die Anforderungen der GCD konsequent durchsetzen werden.

Handlungsempfehlung

Die Vorbereitung auf die Green Claims Directive ist ein langfristiger Prozess. Beginnen Sie jetzt mit der Analyse Ihrer Marketingmaterialien und der Anpassung Ihrer Kommunikationsstrategie. Investieren Sie in anerkannte Zertifikate und bauen Sie Beziehungen zu akkreditierten Verifikationsstellen auf. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Umweltaussagen glaubwürdig, rechtssicher und zukunftsfähig sind. Die frühzeitige Compliance mit der GCD ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine Chance, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen und sich als verantwortungsbewusstes Unternehmen zu positionieren.

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