15. März 2026
Möbelindustrie 2026: FSC-Lizenznummer ist Pflicht — nicht nur Logo
IKEA, XXXLutz, Höffner — viele Möbel-Hersteller werben mit „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft" oder zeigen ein FSC-Logo. Ohne Lizenznummer ist beides EmpCo-abmahnfähig.
FSC-Lizenz-Pflicht: Jede Marke mit FSC-Zertifizierung hat eine eigene Lizenz-Nummer (Format C-XXXXXX). Diese muss bei JEDER Werbung mit FSC genannt werden. „FSC-zertifiziert" ohne Lizenz-Nummer = abmahnfähig.
Was oft falsch gemacht wird: FSC-Logo auf der Möbel-Werbung, aber Lizenznummer fehlt. „FSC Mix" wird beworben, aber nicht klar ist, ob Mix mit kontrolliertem Holz oder mit Recyclingholz. Werbung mit „FSC Pure" für ein Produkt, das nur teilweise zertifiziert ist (siehe Massenbilanz-Konzept).
Massenbilanz-Konzept: FSC erlaubt Massenbilanz — das bedeutet, ein Hersteller kann mehr FSC-zertifiziertes Holz erhalten als er für ein konkretes Produkt einsetzt. Das einzelne Möbelstück enthält dann vielleicht nur 30 % FSC-Holz, kann aber trotzdem als „FSC Mix" beworben werden. Wichtig: dies muss klar kommuniziert werden.
Reformulierungs-Beispiele: ❌ „Aus FSC-Holz" → ✓ „Eichen-Massivholz aus FSC-zertifizierten europäischen Wäldern (FSC Mix, Lizenz C-128467) — Schadstoff-emissionsarm Blauer Engel UZ-38". ❌ „Nachhaltige Möbel" → ✓ „Möbel mit FSC-Lizenz C-128467, Lacke nach EN 71-3 schadstoff-arm, Verpackung aus 100 % Altpapier".
Lacke und Beschläge: Auch die nicht-holz-Bestandteile zählen für die Gesamt-Aussage. Wer „nachhaltig" wirbt, muss auch Lacke (Wasserbasis statt Lösungsmittel-haltig), Beschläge (Edelstahl statt PVC-Komposite) und Verpackungen einbeziehen.
Fazit: Möbel-Werbung mit FSC braucht IMMER die Lizenznummer + klare Mix-Stufe. Eigene „Eco-Linien" ohne externes Audit werden per-se verboten ab 27.09.2026.

