20. September 2026
EmpCo-Konformität: 20 Checkpoints für Ihren Online-Shop
Ab dem 27. September 2026 verschärft die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo) die Regeln für Umweltaussagen im B2B- und B2C-Bereich. Online-Shops sind besonders betroffen, da sie eine Vielzahl von Produktinformationen und Marketingbotschaften verbreiten. Eine frühzeitige Überprüfung und Anpassung ist unerlässlich, um Bußgelder und Imageschäden zu vermeiden.
Prüfpunkte für Produktdetailseiten
Die Produktdetailseite ist der zentrale Ort für Informationen und somit auch der Hauptbereich, in dem Verstöße gegen EmpCo auftreten können.
1. **Produkttitel:** Vermeiden Sie generische Umweltbegriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ ohne konkrete Belege. 2. **Hauptbeschreibung:** Stellen Sie sicher, dass alle Umweltaussagen durch anerkannte Zertifikate (z.B. EU-Bio, GOTS) oder messbare Daten untermauert sind. 3. **Materialangaben:** Geben Sie bei Mischmaterialien die prozentualen Anteile der einzelnen Materialien an. Dies schafft Transparenz und ermöglicht eine fundierte Bewertung. 4. **Zertifikatslogos:** Verlinken Sie Zertifikatslogos direkt mit den entsprechenden Zertifizierungsstellen und stellen Sie sicher, dass die Zertifikate aktuell und gültig sind. Beispiel: Ein Produkt mit EU-Bio-Zertifizierung sollte einen Link zur offiziellen EU-Bio-Datenbank aufweisen. 5. **Detaillierte Produktinformationen:** Erstellen Sie separate Tabs für Pflegehinweise, Herkunftsinformationen und Nachhaltigkeitsaspekte, um eine umfassende Information zu gewährleisten.
Filter und Kategorien: Transparenz schaffen
Filter und Kategorien ermöglichen es Kunden, Produkte nach bestimmten Kriterien zu suchen. Hier ist es wichtig, klare und nachvollziehbare Kriterien zu definieren.
6. **„Nachhaltig“-Filter:** Definieren Sie klare Kriterien für die Verwendung des Filters „Nachhaltig“. Dies könnte beispielsweise die Einhaltung bestimmter Umweltstandards oder die Verwendung recycelter Materialien umfassen. 7. **„Bio“-Filter:** Verwenden Sie den „Bio“-Filter ausschließlich für Produkte, die mit einem anerkannten Bio-Zertifikat (z.B. EU-Bio, Demeter) ausgezeichnet sind. 8. **„Recycelt“-Filter:** Setzen Sie den „Recycelt“-Filter nur für Produkte ein, die einen nachweislich hohen Anteil an recyceltem Material (>50%) enthalten.
Versand und Verpackung: Konkrete Angaben machen
Auch im Bereich Versand und Verpackung sind klare und transparente Angaben erforderlich.
9. **Versandoptionen:** Vermeiden Sie Aussagen wie „klimaneutraler Versand“ ohne eine transparente Methodik zur Berechnung und Kompensation der CO2-Emissionen. 10. **Verpackungsmaterialien:** Geben Sie konkrete Informationen über die verwendeten Verpackungsmaterialien an, einschließlich des Anteils an recyceltem Material und der Entsorgungshinweise.
Newsletter und Marketing: Auf Formulierungen achten
Auch in Newslettern und Marketingmaterialien müssen Sie die EmpCo-Richtlinie beachten.
11. **Newsletter-Betreffzeilen:** Vermeiden Sie pauschale Umweltbegriffe in Newsletter-Betreffzeilen. 12. **Eigene „Eco“-Siegel:** Verwenden Sie keine unternehmenseigenen „Eco“-Siegel ohne ein externes, unabhängiges Zertifizierungssystem. 13. **Footer-Disclaimer:** Aktualisieren Sie den Disclaimer im Newsletter-Footer mit einem Hinweis auf die Einhaltung der EmpCo-Richtlinie.
Rechtliche Aspekte: AGB und Impressum prüfen
14. **AGB:** Fügen Sie eine Klausel in die AGB ein, die Greenwashing-Aussagen seitens des Anbieters ausschließt. 15. **Impressum-FAQ:** Aktualisieren Sie die FAQ im Impressum mit Informationen zum EmpCo-Status Ihres Unternehmens.
Häufige Schwachstellen: Oft übersehen
16. **Alt-Texte der Produktbilder:** Überprüfen Sie die Alt-Texte der Produktbilder auf irreführende Umweltaussagen. 17. **PDF-Produktdatenblätter:** Stellen Sie sicher, dass auch PDF-Produktdatenblätter den EmpCo-Anforderungen entsprechen. 18. **Schema.org-Markup:** Überprüfen Sie das Schema.org-Markup auf die Verwendung von Begriffen wie „nachhaltig“. 19. **Mehrsprachige Versionen:** Stellen Sie sicher, dass alle mehrsprachigen Versionen Ihrer Website synchron geprüft und angepasst sind.
Urteile und Zertifikate berücksichtigen
20. **Aktuelle Rechtsprechung:** Beachten Sie die aktuelle Rechtsprechung, insbesondere das Urteil des BGH (I ZR 98/23) zu klimaneutralen Claims. Nutzen Sie anerkannte Zertifikate wie EU-Bio, GOTS oder OEKO-TEX 100, um Ihre Umweltaussagen zu belegen.
Durch die Umsetzung dieser 20 Checkpoints können Sie sicherstellen, dass Ihr Online-Shop ab dem 27. September 2026 den Anforderungen der EmpCo-Richtlinie entspricht und somit rechtssicher und vertrauenswürdig agiert. Eine proaktive Anpassung ist nicht nur rechtlich notwendig, sondern stärkt auch das Image Ihres Unternehmens und das Vertrauen Ihrer Kunden.

